Sommerurlaub 2008
Urlaubstörn Juli 2008
Am 17.07.08 starteten wir unseren Sommerurlaub.
Geplant war eine Rundreise zu den ostfriesischen Inseln. Am morgen des 17. Juli war das Wetter noch recht bescheiden, Wind 4 bis 5 aus West. Der Wetterbericht sagte jedoch für die folgenen Tage mehr Wind voraus, gemischt mit Regen, so dass wir schnell das Festland verlassen wollten. Erfahrungsgemäß ist auf den Insel das Wetter meist besser.
Unser Kartenplotter machte aber schon seit ein paar Tagen Ärger. Beim Einschalten kam statt der gewohnten Karte nur Streifen. Jedoch lies sich das durch mehrmaliges Ein/Ausschalten beheben. Es aber kein Dauerzustand, denn man will sich ja auf die Technik verlassen können.
Ein Anruf beim Techniker: Da ist bestimmt nur ein Wackelkontakt drin. Einfach mal aufschrauben und gucken.
Der Skipper ist ja nicht nur Skipper sondern auch Techniker. Also aufgeschraubt, nachgeschaut -nichts gefunden- zusammengebaut. Und? jetzt ging gar nichts mehr, noch nicht einmal die Streifen kamen. Mist!
1. Tag
Auslaufen gegen 11:00 aus der Schleuse Hooksiel. Mit ablaufenden Wasser die Jade hinaus Kurs Nord. Aufgrund des schönen raumen Windes reichte die Genua für gute 6 kn Fahrt aus. Beim Passieren der Insel Minsiner Oog sichteten wir einen Fischkutter bei der Arbeit, sowie einige größere Tankschiffe die Wilhelmshaven anlaufen wollten. Hier ist immer Vorsicht angesagt, so ein Tanker hat doch einen außergewöhnlich langen Bremsweg!
Gegen 13:00 Kurs West, Richtung AnsteuerungstonneWangerooge.
Schöne und vor allem ruhige Vorbeifahrt an der Insel Wangerooge, ja wir kommen und freuen uns schon. Um 14:15 erreichten wir das Wangerooger Fahrwasser. Die rote Tonne Harle 2 war unser Startpunkt durch das Seegat. Das Fahrwasser ist aber nicht sehr tief, bei NW nur 0,5m, daher ist es schon wichtigt beim richtigen Tidenstand einzulaufen. Unsere Fantasy hat schließlich 1,65m Tiefgang. Aber bei ca 3 Stunden vor Hochwasser ist das kein Problem, und so liefen wir mit Strom die Harle ein. Beim Passieren von Spiekeroog, da muss man bis auf 30m ran, weil es auf der Wangeroogen Seite sehr flach ist, konnten wir hunderte von Seehunden sichten.
Um ca. 15:30 liefen wir in den Hafen von Wangerooge ein. Leider begrüßte uns nicht nur die Insel, sondern auch eine kräftige Schauer.
Abends war dann noch ein Dorfbesuch angesagt. Wenn die Crew nicht ganz so viel läufen möchte, so bietet es sich an mindestens eine Strecke mit der Inselbahn zu machen. Der Fussweg ist ca 6 km. lang und dauert ca. 1 Stunde.
2. Tag
Ausruhen war angesagt. Tolles Frühstück mit Brötchen. Der Skipper meldete sich freiwillig zum Brötchen holen (er wusste, mit der Inselbahn muss das klappen)
Planung: 08:30 los am Westanleger, 08:45 Brötchen holen, 09:00 einsteigen in die Inselbahn und zurück zum Schiff.
Der Start klappte, und im Ort angekommen, ab zum Bäcker. Aber was war das, ca. 30 Leute standen auf der Straße vor dem Bäcker. Wenn das man gut geht. Aber die Bäckerei hatte 5 Verkäuferinnen und es klappte super, 08:56 verlassen der Bäckerei, schnellen Schrittes Richtung Bahnhof, Glück gehabt, der Zug ist noch da. Unsere Peggy (Bordhund) unter den Arm geklemmt, in der anderen Hand die Tüte mit 16 Brötchen, und rein in den Zug. Jetzt erst einmal den Schweiss abgewischt, denn das war knapp. Es der Plus sich beruhigte, so nach 10 Minuten, standen wir immer noch auf dem Bahnhof. Es machte leider auch nicht den Anschein das etwas passieren würde, so das ich den Bahnhofsvorstehen fragte: "Was ist denn mit dem 09:00 Uhr Zug?" Kurze Anwort: "Der Fährt heute nicht"
Dumm gelaufen, apropo gelaufen bin ich dann auch vom Dorf zum Hafen.
Frühsport ist gut für den Hunger.
Ansonsten Ortsbesichtigung, ausruhen und spazieren.
3. Tag
Ausschlafen, ausruhen, und wieder in den Ort, aber mit der Inselbahn. Am Abend wollten wir dann über das Watt nach Spiekeroog rüber.
Wetterbericht: Wind 5-6 West, Schauer
Nach Rcksprache mit dem Hafenmeister sollten wir den oberen Wattweg nach Spiekeroog nehmen, der ist tiefer und somit bei 1,65m Tiefgang angenehmer zu fahren.
Eine Stunde vor Hochwasser sind wir dann in Wangerooge ausgelaufen, Kurs Richtung Seegatt bis zur Tonne H3/AH14. Dann den roten Tonnen nach bis zum Eingang in den Prickenweg. Immer schön langsam, denn zeitweise zeigte unser Echolot schon 1,90m an, und bei Hochwasser festfahren ist der Albtraum eines Skippers.
Aber alles klappte wie am Schnürchen und wir erreichten Spiekeroog gegen 20:45 Uhr.
4. Tag
Ausruhen, Kaffetrinken, Starnd und vieles mehr.
Wind frischt auf, 6-7 aus West
5.Tag
Eigentlich wollten wir heute nach Langeoog oder Nordeney. Aber bei angesagten 6-7 aus West mit Kindern an Bord muss das nicht sein, so dass wir noch einen Tag ausruhten.
6. Tag
Windvorhersage: weiterhin 5-7, zunehmend
Damit war klar, Norderney wurde kurzerhand gestrichen. Was nun? Um eine Ortswechsel zu machen, wäre der Festlandhafen Neuharlingersiel eine Alternative. Ich versuche gemäß Hafenhandbuch den Hafenmeister über Kanal 17 zu erreichen, denn da sollte der hörbereit sein, aber der hörte uns nicht. Glücklicherweise stand im Hafenhandbuch auch eine Handy Nr. Da erreichten wir den Hafenmeister dann auch. Liegeplatz für Schiffe mit 1,65m Tiefgang ist aber nicht ganz einfach. Wir sollten rüber kommen und sehen ob wir neben einen Kutter im Fischereihafen liegen könnten.
Also, wir los, Mittags, ca 2 Stunden vor Hochwasser, Fahrzeit nur 40 Minuten.
Wir fanden einen tollen Liegeplatz am Kutter. Neuharlingersiel ist es sehr idyllischer Hafen. Nachmittags kauften wir dann 2 Kg fangfrische Krabben (Granat) und pulten die aus. Für und Erwachsene kein Problem, wir können das, denn wir kommen alle von der Küste. Nach ca. 1 Stunde war das Pulender Krabben erledigt und wir hatten uns alle ein Bierchen verdient. Übrigens kann man im Hafen auch ganz toll einkaufen, alle nur wenige Meter vom Hafen entfernt.
Abends gab es somit ein Skipperdinner: Schwarzbrot mit Butter, darauf dick Krabben und darüber ein Spiegelei, ggf. mit Mayonaise.
7. Tag
Es gefiel uns in Neuharlingersiel so gut, das wir eine weiteren Tag blieben und die Kinder ins Schwimmbad gingen.
Wettervorhersage Nachmittags: 6-7 zunehmend 7-9 aus West/Nordwest.
Das gefiel uns gar nicht, so das wir Nachmittags, bei Hochwasser, nach Wangerooge übersetzen um eine guten Ausgangspunkt für die Rückfahrt zu haben.
8.Tag.
Wenn der Wetterbericht Recht behalten sollte, so wollten wir morgen um 11:00 starten.
08:00 Aufstehen, Gassi gehen mit dem Hund und das wetter und die See beobachten stand für den Skipper auf der Tagesordnung. Kurzum, der Wetterbericht sollte Recht behalten. Kräftiger Wind, ca. 6 bft aus West, unruhige See. Wir sollten uns aufmachen Richtung Heimathafen, den es könnte ja noch schlimmer kommen, wenn der Wetterbericht weiterhin Recht haben sollte.
Auslaufen Wangerooge um 11:00, ab Ansteuerungstonne Harle Kurs Ost mit Genua. Bis Minseneroog lief es prima, Wind frischte jedoch auf und der Seegang wurde mehr. Leider drehte der Wind auf Süd, so dass wir in der Jade mit Strom einliefen, jedoch stramme 7 bft. direkt auf die Nase bekamen. Aber die Fantasy kämpfte sich unter Motor stetig weiter bis nach Hooksiel.
Gerade als wir Einlaufen wollten, wir hatten Sie die grüne Hafentonne Hooksiel passiert, da brauch über uns ein Gewitter aus, dass sich und uns aber voll gewaschen hatte. Der Regen war so stark, dass wir die ca 50m vor uns liegende afeneinfahrt nicht mehr sehen konnten. Der Kartenplotter ging ja auch nicht, so das wir von einer auf die anderen Sekunde blind waren. Ich wollte schon das Boot um 180 Grad drehen, damit wir nicht gegen die Spundwand fahren, da hatte der Wettergott erbarmen, und der Regen ließ zumindest so weit nach, dass wir wieder etwas sehen konnten.
Nach 5 Minuten lagen wir siche im Vorhafen von Hooksiel, der jedoch völlig überschwemmt war von dem Regen.
Um 15:00 wurde dann geschleust und wir packten unsere nassen Sachen.
Der Urlaub wurde mit einem Restaurantbesuch, beim Türken in Hooksiel, beendet.
Fotos siehe Bildergalarie



